Archiv für November 2009
Postberge Foto: Rainer Sturm/pixelio.de
Wenn man vergeblich auf Post wartet, kann das ganz schön ärgerlich und nervenaufreibend sein. Das weiß gzi-kielnotiert aus eigener Erfahrung, denn oftmals kribbelt es mich schon und ich denke: Warum bloß braucht die Post so lange, Karten, bestellte Dinge oder was auch immer zu mir zu bringen. Wenn die Freundinnen und Verwandten immer wieder ungläubig fragen: Sind unsere Karten immer noch nicht angekommen??? Schließlich sind unsere Postboten keine zu Fuß gehenden, Draht- oder sonstige Esel nutzenden Boten mehr, sondern fahren alle mit ihrem gelben Auto durch die Gegend. Jedenfalls bei uns im Dorf. Werbung hingegen kommt oftmals eben nicht nur durch den Post -Boten, sondern durch Austräger zu oft frei Haus.
In Frankreich hortete jetzt ein Postbeamter 300 kg Briefe, Karten und Päckchen bei sich zu Hause. Einige vergeblich auf per Post verschickte Schecks wartende Menschen in seinem Austragegebiet informierten die Polizei, als sich der Verdacht erhärtete. Nach eigenen Angaben war der Geständige nur zu faul, die Post auszutragen und wollte sich die Arbeit etwas erleichtern. Im wahrsten Sinne des Wortes und wer weiß, vielleicht sind die Postboten im Osten Frankreichs, wo der Mann wohnt (und arbeitet?) immer noch Brief-Träger und es war eben einfach tatsächlich zu schwer… Kriminelle Absichten hatte der Postbote jedenfalls nicht: Alle Briefe und Päckchen waren ungeöffnet und nichts war gestolen, wie die Polizei bestätigte.
Lag es wirklich nur am Gewicht? Dann könnte man doch Abhilfe schaffen und auch die französischen Briefträger zu fahrenden Boten machen. Sonst wartet man vielleicht auch vergeblich auf Weihnachtspost – das wär doch jammerschade, findet gzi-kielnotiert.
Wie ja einigen LeserInnen versprochen, gibt’s heute – die nackedei Popos mitgezählt – die dritte Fotosammlung zu meiner Adventsdeko. Es gibt natürlich auch noch Lichterketten: Zwischen Arbeitszimmer und Wohnzimmer, zwischen Wohnzimmer und Esszimmer – in weiß gehalten oder mit grüner Tanne… aber die zu fotographieren wirkt ebensowenig wie die Sterne draußen auf der Terrasse… und dort habe ich auch immer noch nicht den Kübel mit Tanne, roten Lackschleifen und Lichterkerzen fertig gemacht… Ich bin einfach nicht dazu gekommen – aber so habe ich dann noch eine Neuerung zum 2. Advent… Ja, und der Adventskalender für den Mann fehlt natürlich auch noch… Aber der ist natürlich auch erst fertig, wenn er heute Abend von der Arbeit nach Hause kommt…
Beim Fotoeinstellen ist mir aufgefallen, wie schön einige meiner LeserInnen ihre Fotos arrangiert haben… das kann ich leider noch nicht, bin erst einen Monat mit meinem Blog beschäftigt – ja,ja! Am 1.12. ist der erste Monat rum – und diese Feinheiten muss ich erst noch lernen – vielleicht hat ja jemand einen guten Tipp für mich? Und Danke für die Treue des Lesens und Begleitens im ersten Monat!
Aber nun trotzdem zu den weiteren Adventsimpressionen im Hause gzi-kielnotiert:

Küchengesteck für's Adventsfeeling beim schnellen morgendlichen Kaffee


Rote Lichter und zwei Engel säumen den Kaminsims und darunter das Gesteck für's Büro von Herrn gzi-kielnotiert

Engel und alte Zinnsachen auf der Diele

singende Engel und Schneemann

Leuchtschneemann im Wohnzimmerfenster

Windlicht mit Kugeln und Lichtern

Gesteck auf dem Esstisch

Adventsstrauß mit englischen Kugeln und Lichtern

herrlich duftende Rotweinkerze, das passt gut zum Advent
Foto: Ernst Rose/pixelio.de
Da haben wir aber vielleicht Schwein gehabt, meint gzi-kielnotiert. Eben hat sie als aktuelle ZDF-Meldung gelesen, dass das Robert-Koch-Insitut von einem “zarten Trend” in der Rückläufigkeit bei der Schweinegrippe berichtet. In Bayern sei die Zahl der Neuerkrankungen seit zwei Wochen rückläufig. Auch in anderen Bundesländern zeichnet sich ab, dass sich der Anstieg der Neuerkrankungen verlangsamt, so das RKI in seiner Mitteilung. Auch in anderen sechs europäischen Staaten und Teilen Großbritanniens ist die Influenza-Aktivität ebenfalls leicht zurückgegangen, stand in dem wöchendlichen Gesundheitsbericht der Europäische Gesundheitsbehörde (ECDC).
Hoffentlich wurde bei diesen Meldungen auch berücksichtigt, dass die Meldepflicht der Neuen Influenza zumindest in Deutschland seit einer Woche nicht mehr besteht…, denn sonst ließen sich diese rückläufigen Zahlen ja leicht erklären – wo keine Meldung mehr verlangt wird, da gibt es eben auch keine Statistik mehr ![]()
Und klar ist, sollte die Neue Influenza tatsächlich rückläufig sein, dreht sich gleich alles wieder um den schnöden Mammon, der auch dabei im Spiel ist: So berichtet der Spiegel, dass die deutschen Bundesländer nun befürchten, auf den 50 Mio Impfdosen sitzenzubleiben und deshalb sollen sie bereits mit dem Hersteller GlaxoSmithKline verhandeln, ob sie wirklich alle bestellten Impfstoffdosen abnehmen müssen, zumal andere Länder, wie die Ukraine beispielsweise, Interesse an dem deutschen, in Dresden hergestellten, Impfstoff bekundet haben.
Ob das wirklich so weitsichtig ist oder ob nicht doch nochmal eine Trendwende kommen kann und dann der Impfstopf voreilig verschachert wurde, fragt sich allen Ernstes gzi-kielnotiert – die sicherheitshalber bereits geimpft ist.
Bis morgen jedenfalls sollen in Deutschalnd 9,6 Mio Imstopffdosen ausgeliefert worden sein, mehr als eigentlich bis Ende November von GlaxoSmithKline zugesagt wurden. Nach jetzigen Planungsstand sollen es dann 20 Miobis Ende des Jahres sein.
Der Grünkohl kam aus dem eigenen Garten und war nur geschnitten – manche drehen ihn ja durch – so dass er schön saftig war und perfekt abgeschmeckt. Das Kassler und die Schweinebacke zergingen auf der Zunge und die Kochwürste waren oberlecker, würzig, nicht zu salzig. Aber seht selbst und nach den Bildern geht’s weiter im Text, denn obgleich alles spitzenmäßig war, war das Essen noch lange nicht der Clou des wirklich netten und lustigen Abends.

Die Fleischplatte: hintereinanderliegend Kassler, Schweinebacke und Kochwürste

Das Kassler war soo köstlich, das musste noch einmal allein fotographiert werden

Grünkohlschale mit Kochwurst

gehören einfach dazu: karamelisierte kleine Kartoffeln

Das passende Getränk zum Grünkohlessen...

Der musste zwischendurch wirklich 1-2mal sein
Bei diesem tollen Essen durfte natürlich ein “Verdauer auch nicht fehlen und stilecht gab es den eisgekühlten Akvavit in etwa in der Mitte des Essens… wobei wir nicht genau sagen konnten, wann das war, denn prinzipiell hätten unsere Gastgeber nachgeholt und nachgeholt… und als dann irgendwann – viel zu spät natürlich – so langsam die Rezeptoren meldeten: Magen an Gehirn: ich bin satt, ich bin satt – da hatten wir natürlich schon viel zu viel gespeist. Aber: es gab ja noch Nachtisch: selbstgekochte Himbeergrütze mit Vanillesoße und Sahne…

Himbeergrütze mit Vaniliiesoße und Sahne
Der Abend war dann aber natürlich noch lange nicht zu Ende, mit so einem gefüllten Magen kann man ja nicht schlafen und was ist dann bekömmlicher als ein Heißgetränk? So gab es passend zur Jahreszeit eine selbstgemachte Feuerzangenbowle. Köstlich und so romantisch-stimmungsvoll!!!

Das abschließende Highlight des Abends: Feuerzangenbowle
ein Lichtlein brennt… erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier… und wenn das fünfte Lichtlein brennt, dann hast Du Weihnachten verpennt.
Damit das gar nicht erst geschehen kann, gibt es bei gzi-kielnotiert auch nur ein Lichtlein auf dem Adventsgesteck, dafür aber ein schönes, großes auf einer alten Holzwurzel, die sie von ihrer Oma geerbt hat. So eine große Kerze hat auch den Vorteil, dass sie nicht so leicht durch die entstehende Wärme verbiegt oder ausläuft… Jedenfalls den voradventlichen Kaffee haben wir genossen.
Ein weiteres Adventsgesteck mit einer großen Kerze steht im Esszimmer auf einer Glasplatte – also etwas moderner. Und das dritte Gesteck in unserer Wohnung muss ich morgen noch anfertigen, dass gehört dann auf den Küchentisch… Aber morgen, am 1. Advent, wird natürlich stilvoll am Esstisch gefrühstückt… Natürlich stehen überall in der Wohnung noch ganz viele Kerzen in roten Behältnissen… davon gibt’s später auch noch ein Foto und einen Adventsstrauß mit Tanne und Kugeln und Lichtern gibt es auch noch als Deko. Der kleine Schneemann gehört natürlich auch dazu – Gott sei Dank liegt der Schnee aber draußen noch nicht – obgleich es sicher stimmungsvoller wäre als der Dauerregen zum 1. Advent, denkt sich gzi-kielnotiert und wünscht allen einen wunderbaren Beginn der Adventszeit und viele stimmungsvolle Stunden!
Ein Pint Beer - Foto: Torsten Pirwitz/pixelio.de
In England gehört das Feierabendbier einfach dazu. Alle, die schon mal “auf der Insel” waren, haben die typische Pub-Kultur kennen- und sicher auch liebengelernt. Worüber manche beim Ballermann auf Mallorca nur noch mit dem Kopf schütteln, nimmt jedoch jetzt auch in England immer mehr Formen an.
Mittlerweile torkeln Nacht für Nacht junge Frauen völlig betruken durch britische Straßen, stützen sich gegenseitig, weil sie allein nicht mehr laufen können. Andere übergeben sich am nächstbesten Hauseingang oder liegen reglungslos auf dem Gehweg. Bilder wie diese gehen regelmäßig durch die Presse und zeigen: Für Britinnen ist Trinken bis zum Umfallen gerade zum Wochenende scheinbar ein Volkssport und unter Britinnen mehr als doppelt so häufig verbreitet, wie bei Frauen anderer Nationalität. Und die Frauen beginnen auch schon in jungen Jahren, wie eine kürzlich veröffentlichte Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zeigte: Jedes dritte Mädchen zwischen 13 und 15 Jahren war schon mindestens zweimal betrunken – in Deutschland war es nur jedes sechste. Gut ein Viertel der jungen Britinnen im Alter zwischen 16 und 24 Jahren gab ein einer Umfrage zu, sich mindestens einmal pro Woche fast bis zur Bewusstlosigkeit zu betrinken.
Dies wird auf einen gesellschaftlichen Bewusstseinswandel zurückgeführt, der mittlerweile auch akzeptiert, dass Frauen betrunken sind. Und: Mädchen wollen durch das Trinken Gruppenzugehörigkeit schaffen, dies gelte auch bei älteren Frauen, die nach dem Job mit ihren Kollegen in den Pub gehen und auch dabei “ihren Mannstehen wollen”. Auch hätten vor 20 Jahren nocht nicht so viele Frauen eigenes Geld verdient um sich große Mengen Alkohol leisten zu können. Männer hätten hingegen immer schon viel getrunken. Schlimm ist auch, dass die Frauen sich durch den exzessiven Alkoholgenuss nicht nur gesundheitlich schädigen, sie werden auch gewaltbereiter. In den vergangenen zehn Jahren erhöhte sich dieZzahl der Gewaltaten unter Frauen um 81 Prozent. – Ich frage mich wirklich: Müssen wir Frauen wirklich auf jedem Gebiet die Gleichberechtigung so anstreben?

Impfspritzen für rundumkiel und gzi-kielnotiert: Wir wollen die neue Influenza H1N1 nicht haben!
Nun ist es also vollbracht! Rundumkiel und ich haben uns gestern Nachmittag gegen die Neue Influenza A/H1N1, genannt Schweinegrippe, impfen lassen. Vorher mussten wir einen zweiseitigen Informationsbogen lesen, unterschreiben, dass wir ihn gelesen hatten, ebenso einen Impfbogen ausfüllen und unterschreiben. Auf dem Informationsbogen standen – logisch – die möglichen Nebenwirkungen und Risiken beschrieben. Am Ende: Haben Sie Fragen? Hat Ihr Arzt in einem Gespräch alle Fragen klären können? Haben Sie weitere Fragen? Sind Sie mit der Impfung einverstanden? Alle Fragen geklärt, keine weiteren Fragen und ja, wir sind einverstanden, sonst wären wir ja nicht hier…
Ziel des gemeinsamen Impfens: Falls es doch Nebenwirkungen geben sollte, leiden wir nicht allein, sondern gemeinsam. Aber daran denken wir ja gar nicht erst von wegen der self fullfilling prophecy. Auf dem Nachhauseweg meint rundumkiel: Wenn ich mich nicht gut fühle, gehe ich morgen aber nicht zum Lauftreff und Du solltest das auch nicht tun… Ja, ja, lass doch erst mal abwarten, bevor ich mir über sowas jetzt den Kopf zerbreche. Mir tat abends ein bisschen der Oberarm weh, nichts Dolles, heute fast weg und abgefallen ist er auch nicht, der Arm. Außerdem: Rundumkiel fühlt sich wohler als nach der Impfung gegen die Saisonale Grippe – was soll mir das denn sagen? Ist der den Schweinchen irgendwie näher?
Auf alle Fälle können wir nun sagen: Entscheidung getroffen, bislang keine Nebenwirkungen, Quecksilberverseuchung macht uns auch nicht irre, schließlich essen wir auch gerne mal Fisch und in einer Mahlzeit davon ist mehr Quecksilber drin, als in der Impfdosis.
Irgendwie erinnert mich das ganze Heiopei um diese Impfung an diese österreichische Band, wie hieß sie noch gleich? Allgemeine Verunsicherung… die hat mir auch schon nicht so gut gefallen…

1. Warte ! Warte, vergiss nicht , dass nächstes Wochenende schon Nikolaus ist!
2. Ich mach’ mich jetzt an die Schreibtischarbeit sofort gefolgt von etlichen Telefonaten und später Vorbereitungen für unsere Gäste am Abend.
3. Das Problem ist, das mir einfach die Zeit wegrennt.
4. Diese ganzen Sport- und Wettskandale sind einfach undurchsichtig und ominös.
5. Mit einem leichten Knacken bahnte sich das Unheil an und der Absatz meines hohen Lieblingsstiefels war ab…
6. Leider wohnen meine besten Freundinnen viel zu viele Kilometer weit weg.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf unsere Gäste und Raclette, morgen habe ich eine Einladung zum Grünkohlessen geplant und Sonntag möchte ich nach so viel gutem Essen eine Runde joggen gehen!
Freitags-Füller ist eine Idee von BARBARA

Hornspieler

Das Orchester zusammen mit Mondfamilie, Spieluhr und Räuchermond

Sänger mit Vogel auf dem Fuß ... und wie alle anderen auch mit nackedei Popo
Sie sind da! Angekommen… Die Heerscharen meines himmlischen Orchesters und Chores… Meine Grünhainichen nackedei Popos, wie ich sie liebevoll nenne… Es wäre geschwindelt, würde ich sagen, ich hätte sie nicht bemerkt, denn ich habe ihnen selbst die Kellertür aufgemacht und den Karton hinaufgetragen.
Gestern Nachmittag habe ich sozusagen mit meiner Adventsdeko begonnen. Noch ohne Musik, denn eigentlich bin ich noch nicht wirklich in Adventsstimmung. Aber meine erzgebirgischen Engel aufzubauen und mich an ihnen zu erfreuen, das geht immer. Also war dies meine erste Tat.
Über viele Jahre hinweg habe ich immer ein bis zwei Engel von meiner Mutter geschenkt bekommen… Zum Nikolaus, zu Weihnachten, später “nur mal so”, weil ich ihr viel geholfen habe. In der Adventszeit verbinden mich diese Engel sehr mit ihr… Seit ein paar Jahren habe ich mir keinen neuen Engel gegönnt…, weil mich das Aussuchen, Nicht-entscheiden-können und Kaufen so sehr an das vorweihnachtliche Ritual mit meiner Mutter erinnerte, die vor knapp drei Jahren verstorben ist. Bei ihrem letzten Weihnachten ging es ihr schon sehr schlecht. Und um sie aufzuheitern, habe ich immer von den Nacktä… gesprochen, und sie hat herzhaft gelacht, nachdem ich ihr gezeigt habe, warum, denn sie hatte das über all die Jahre gar nicht gesehen. Achtet man ja auch nicht so drauf… aber es stimmt ja, nicht wahr?
Mal schauen, vielleicht fange ich dies Jahr wieder an und gönne ich mir selbst einen nackedei Popo zum Nikolaus. Das Orchester kann ja ruhig noch ein wenig größer werden, damit die himmlischen Herrscharen beim Jubilieren auch wirklich von allen Menschen gehört werden. Halleluja, Christus der Retter ist da…!

Grünhainichen Spieluhr
Scham..., Rückzug..., lass mich in Ruhe... Foto: Willi Schewski/pixelio.de
Heute ist mal wieder so ein Tag; ein Tag mit einer Überschrift: “Gegen Gewalt an Frauen“. Ich bin glücklich, ich musste das bislang nicht erleben. Ok., der Backs in der Kinderzeit zählt für mich nicht wirklich dazu, heutzutage sieht man selbst das anders.
Aber ich denke an wirklich unterdrückte Frauen und Mädchen, die das Haus nicht allein verlassen dürfen, die nicht frei sind, zur Schule zu gehen, eine Ausbildung zu machen, sich mit Freundinnen zu treffen, Kaffee zu trinken, shoppen zu gehen, zu lächeln – die das nicht dürfen, weil sie eine Frau sind, weil sie mit einem Lächeln, ihren Augen, ihrer Kleidung, ihrer Haare oder ihrer Bildung provozieren könnten. Frauen, die das angebliche Eigentum mancher Männer sind, die eingesperrt, geschlagen, geprügelt, unterdrückt, vergewaltigt werden, weil der Kaffee nicht schmeckt, das Haus nicht sauber genug ist, die Fliege an der Wand stört oder weil Mann gerade schlechte Laune hat… Nicht auf der Straße, als Überfall oder verbrechen, sondern zu Hause, da, wo jede sich wohlfühlen und ge/beschützt fühlen soll.
“My home is my castle” verkehrt sich dann ins Gegenteil, denn jede Seite hat zwei Medaillen und ein Schloss hat oft einen Kerker und da sind die Mauern so dick, dass die Nachbarn, die Freunde nichts hören und sehen können (wollen)… und blaue Flecken nur vorhanden sind, weil – Ungeschicktheit lässt grüßen – frau sich mal wieder am Stuhl oder Tischbein gestoßen hat, gegen die Schrankecke oder offene Tür gelaufen ist… Jede vierte Frau in Deutschland erlebt mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt durch ihren Lebensparter…
Gewalt an Mädchen und Frauen hat unglaublich viel mit Scham zu tun – Scham der Betroffenen, sich das antun zu lassen und keine Kraft der Gegenwehr oder des Weggehens zu haben, Scham, sich einen solchen Partner ausgesucht zu haben, der vormals doch so liebevoll war und nun ein ganz anderer geworden ist, daher die Hoffnung, dass jeder Schlag der letzte war und nun alles wieder gut wird. Gewalt an Frauen baut vor allem auf der Angst auf, wenn man was sagt oder weggeht und dann gefunden wird oder zurück muss, dann wird alles nur noch schlimmer, noch schmerzvoller, noch schrecklicher. Darum decken so viele Frauen ihre gewaltbereiten, nein: gewalttätigen Männer…
Frauen- und Mädchenhäuser; Beratungsstellen und Frauennotrufe leisten seit den 70er Jahren einen unglaublich großen Dienst für die Sicherheit der Frauen und Mädchen. Die Menschen, die dort arbeiten sehen unglaublich viel Leid, leben selbst oftmals mit Bedrohungen, weil sie helfen, wo die Schläger und Unterdrücker meinen, Außenstehende dürften nicht helfen und hätten nichts zu sagen. Gewalt an Frauen passiert täglich, 1.100 Frauen sind in Schleswig-Holstein mit ebenso vielen Kindern im Jahr 2008 in die Obhut von Frauenhäuser geflohen. Betroffen bei uns in Deutschland sind nicht nur Frauen mit Migrationshintergrund, sondern jede kann es erleben… darum dürfen wir nicht schweigen und wegschauen, darum müssen wir bereit zur Hilfe sein, darum brauchen diese Organisationen unsere (Mit)Hilfe.
P.S. Ich weiß sehr wohl, dass es auch hierfür das Gegenbeispiele gibt: Frauen, die Gewalt gegen Männer ausüben. Aus hierfür gibt es keine Entschuldigung, auch da darf/sollte man nicht wegsehen. Auch hierfür gibt es Hilfestellen.
P.P.S Helfen kann Gefahr für einen selbst bedeuten, aber deshalb sollte man nicht nichts tun. Wissen und Information sind ein wichtiger Schritt, auch um zu wissen, wohin frau/man sich wenden kann, als Betroffene/r oder als Helfende/r, daher hier ein paar Links:
Bundesverband Frauenberatungsstellen, Frauennotruf Kiel, Mädchenhaus Kiel, Männer gegen MännerGewalt
Gewalt gegen Männer, Mann als Opfer












