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Foto: Günther Richter/pixelio.de

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Frau gzi-kielnotiert nutzt ihr Handy häufig um SMS zu schreiben. Dabei flirtet sie auch schon mal – aber nur mit Herrn rundumkiel und derselbst als auch seine Nummer sind ihr wohlbekannt. Aber Flirt-SMS-Anbieter gibt es viele, darunter unglaublich viele schwarze Schafe, das hat gzi-kielnotiert auch schon gehört. Skrupellos werden dabei oftmals auf Kosten von Randgruppen Millionen Geschäfte gemacht mit verzweifelten Hoffnungen und der Sehnsucht nach ein bisschen Glück.

Von solchen Geschäftsmachern werden es bald sechs weniger sein, denn das Flensburger Amtsgericht hat jetzt eine 36-Jährige der Beihilfe zum Betrug für schuldig erklärt. Sie arbeitete als Teamleiterin in einer von sechs Hauptfirmen, über die laut Gericht die Flirt-SMS-Abzocke betrieben wurde. Die mutmaßlichen Firmenchefs müssen sich derweil in Kiel vor dem Landgericht wegen gewerbsmäßigem Bandenbetrugs verantworten. Das Flensburger Urteil gegen die Mitarbeiterin ist rechtskräftig, wie eine Gerichtssprecherin der Deutschen Presseagentur gegenüber bestätigte. Im November 2009 berichtete Focus online über drei bereits seit 10 Monaten in Haft sitzende Betreiber von SMS-Chats, die mit ihren Helfern 700000 Handy-Nutzer um etwa 46 Millionen Euro geschädigt haben. Die weiteren Prozesse laufen zurzeit.

gzi-kielnotiert blieb beim Lesen die Spucke weg, wie unwürdig und raffiniert die Abzocke funktioniert. Arbeitsanweisungen an die Mitarbeiter wurden bei Durchsuchungen in den Call-Centern sichergestellt. “… uns mit dem Profil, das der Kunde anschreibt, identifizieren, auf die Wünsche des Kunden eingehen und ihn davon überzeugen, dass wir (das Produkt seiner Begierde) auch den Preis der SMS wert sind”. Dazu werden die Kunden schamlos klassifiziert und die Chats nach entsprechenden Teilnehmern abgesucht. Besonders beliebt ist dabei der Typ der “Minderbemittelte, Anfang 20 bis ca. 60 Jahre – alles, was auf anderem Wege keinen Partner finden würde – geistig Zurückgebliebene, Jungfrauen, körperlich Behinderte, finanziell gescheiterte Existenzen, Legastheniker, hässlich und zu dick, mit zu wenig Selbstbewusstsein”. Mit der Hoffnung auf eine Telefonnummer oder eine eMail-Adresse antworten diese Chat-Teilnehmer auf quasi alle Angebote und müssen bis zu 1,99 Euro pro SMS zahlen. Wenn sich Chat-Teilnehmer über die Gebühren beschweren ist oberstes Ziel, den Kunden im Unklaren zu lassen und den Chat am Laufen zu halten.

gzi-kielnotiert findet, dass über solche Machenschaften gar nicht oft genug berichtet werden kann, damit irgendwann jedem die Augen und Ohren geöffnet sind und niemand mehr darauf hereinfällt. Schlimm genug, dass Menschen das oftmals nicht vorhandene Geld aus der Tasche gezogen und sie in den Ruin getrieben werden, letztlich machen sich solche Betreiber auch lustig über ein Grundbedrüfnis nach Nähe und Zuwendung.





8 Kommentare zu „Flirt-SMS Chats – Abzocke als Betrug“

  • Ich hoffe, dass auch der/die Letzte es endlich kapiert und nicht mehr auf diesen Mist reinfällt. Von daher hast Du Recht, es kann gar nicht zu oft darüber berichtet werden….

  • Miki:

    Aber wie oft läuft im TV die Werbung “SMS Chat”… da soll man auf die Videotextseite sowieso gehen und dann sündhaft teure SMS-Antworten schicken… gerade Jugendliche -denke ich- fallen da sicher drauf rein… denn Fernseher und Handy hat ja wohl jeder…

  • GZi:

    @Frau Landgeflüster: Ja, diese sms-Liebes/Partnerversprechen sind wirklich das Letzte. Bin ja gar nicht gegen neue Medien oder neue Wege bei der Partnersuche, aber was mich besonders empört ist das geplante Vorgehen, Menschen zu suchen, die besonders leicht zu “verführen” sind, weil sie es sich anders nicht zutrauen und deshalb sich immer weiter in diese Simserei verstricken lassen. Da lobe ich mir Internet-Plattformen, wo man im Monat die Summe x zahlt (von umsonst über preiswert bis teuer alles dabei)und dann soviel suchen und chatten kann, wie man will.
    @Miki: Das kommt zu dem perfiden Verhalten ja noch hinzu. Die kassieren so viel Kohle, dass sie massenhaft in Werbung investieren – das müsste doch den Nutzern zu denken geben, oder?

  • Es ist einfach erbärmlich, mit der Not anderer Menschen auf diese Art Geld zu verdienen. Ich habe mich schon oft gefragt, warum man da überhaupt drauf reinfallen kann… ändert aber nichts daran, und es bleibt einfach erbärmlich…

  • Lilo:

    Von SMS-Chats habe ich auch schon gehört und hatte sogar mal ein Handy, das solch eine Funktion hatte. Man konnte dann mit dem Handy verschiedene Personen anrufen, die dann dem Chat beitreten konnten. Allerdings kostete das nur die normalen Gebühren pro SMS. Das war eben so eine Art Privatvergnügen – welches ich mir aber nie geleistet habe. Wenn ich chatten will, gehe ich ins Internet ;-)

    Eine Schande ist es aber, dass damit solche Abzocke betrieben wird. Wenn ich mir vorstelle.. 1,99 Euro pro SMS! :shock: Da tut es mir um die armen Leute leid, die verzweifelt sind, sich davon vielleicht eine neue Liebe versprechen und dann so gnadenlos reingelegt werden. Gar nicht zu reden von den Diskriminierungen, die da im Hintergrund ablaufen.

  • GZi:

    @rundumkiel: Es macht sprachlos, mich jedenfalls, wie man ganz bewusst Schwächen und mangelndes Selbstbewusstsein ausnutzt, um sich zu bereichern.
    @Lilo: Schamlos und perfide das ganze Gebilde. Unglaublich!

  • Bea:

    Der Fluch des Fernsehens.

    • GZi:

      Ich denke nicht nur der Fluch des Fernsehens, sondern ein bedenklicher Trend in der gesellschaftlichen Entwicklung… Der Mensch betreibt immer mehr Cocooning auf der einen Seite und hat utopische Erwartungshaltungen auf der anderen Seite, da greift jeder irgendwann nach dem vermeintlichen Strohhalm und geht damit unter weil auch der Strohhalm nur fake war. Es wird Zeit mal darüber nachzudenken und wieder als Mensch und Menschen und nicht nur Mensch mit Maschinen zu leben…

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gzi

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