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Archiv für die Kategorie „gzi – bildungs- + kulturnotiert“

Menschenskinder ist ein Ausruf des Erstaunens oder wenn uns etwas gefällt. Am 20. November hat die UN-Kinderrechtskonvention ihren 20ten Jahrestag. 20 Jahre Einsatz zum Wohle von Kindern. Die Kinderrechtskonvention listet 10 Grundrechte von Kindern auf: Dazu zählen u.a. das Recht auf Gesundheit, auf Bildung und Ausbildung, auf Freiheit, Spiel und Erholung, Schutz vor Grausamkeit, Ausnutzung und Verfolgung. Das ist toll! – Aber tun wir genug? Können wir Kinder nicht besser schützen, als wir es tun?
Über Menschenkinder kann man immer noch so vieles schreiben, was – mir – gar nicht gefällt, was uns aber alle angeht, was wir alle (eigentlich) wissen und wogegen wir alle (eigentlich) etwas tun müssten: Denn wie die Hilfsorganisation Unicef gestern bekannt gibt, lebt fast jedes zweite Kind in einem Krisenland. Unfassbare Brutalität und Gleichgültigkeit erleben sie dort, werden auf der Flucht von ihren Eltern getrennt, sexuale Gewalt und Kinderhandel gehören in Krisengebieten zur Tagesordnung. Eine Viertel Million Jungen und Mädchen müssen als Kindersoldaten dienen…
Aber wir müssen gar nicht so weit gucken. Deutschland ist einhochentwickeltes Land: Trotzdem lebt – wie eine am 1. September veröffentlichte OECD-Studie zeigt – bei uns jedes 6te Kind in relativer Armut  (d.h. weniger als 50% des Durchschnittseinkommens). Im OECD-Durchschnitt ist es nur jedes 8te Kind, in Dänemark sogar nur jedes 37te Kind. Dabei gilt gerade Deutschland als vorbildlich bei den Sozialausgaben für Kinder und gerade auch Bildung. Untersucht hat die OECD ihre 30 Mitgliedsländer im Hinblick auf Wohlbefinden und Chancengleichheit der Kinder. Dabei wurden finanzielle Ausstattung der Haushalte, medizinische Versorgung und elterliche Zuwendung begutachtet. Der Deutsche Bildungsserver hat eine interessante Linkliste zum Thema Kinderarmut… für alle, die sich zum Thema weiter informieren möchten.

Der demografische Wandel macht auch vor den Schulen nicht halt. In den nächsten Jahren wird der Rückgang der Schülerzahlen das Schulsystem massiv beeinflussen, denn bis zum Jahr 2025 wird die Zahl der Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 6 und 18 Jahren von knapp 11 Millionen auf künftig 9 Millionen zurückgehen. Der größte Einbruch wird bei den 16-18-jährigen Jugendlichen mit 27,4 Prozent erwartet. 15,8 Prozent werden bei den Schüler zwischen 10 und 15 Jahren (Sekundarstufe I) fehlen und bei den Kindern in der Primarstufe (6-9 Jahre) werden 14,3 Prozent weniger die Schulbank drücken.
Die Bildungsplanung gerät also weiter auf den Prüfstand. Für die Bertelmann-Stiftung, die diese Zahlen unter www.wegweiser-kommune.de publiziert, ist klar, dass Länder, Städte und Gemeinden neue Wege gehen müssen. Vor allem das dreigliedrige Schulsystem gerät weiter unter Druck. Die Entwicklung hin zu neuen Schulformen und zum zweigliedrigen System mit zusammengelegter Haupt- und Re­alschule (Regionalschule) wird sich fortsetzen. Während sich der Andrang auf die Gymnasien verstärken dürfte, sei die Hauptschule vom Aussterben bedroht – wenn sich die Entwicklungen so fortsetzen und nicht ge­gen gesteuert wird.
Insgesamt wird die Bevölkerungszahl in Deutschland bis 2025 um lediglich 2 Prozent zurückgehen. Dabei gibt es jedoch erhebliche demo­graphische Verschiebungen. So wird die Zahl der über 80-Jährigen um 70 Prozent zunehmen.

gzi

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