Kurz gesagt
- Bei allen fünf verglichenen Apotheken hängt der Versandpreis für rezeptfreie Bestellungen an einer Grenze: unter 19 bis 29 Euro kostet er 3,49 bis 3,99 Euro, darüber nichts.
- Bestellungen mit Rezept oder E-Rezept versenden Shop Apotheke, DocMorris, medpex und mycare laut ihren Hilfeseiten kostenlos.
- Kühlware, Express und Zustellwünsche können extra kosten oder die Grenze verschieben.
- Gutscheine und Boni auf Kassenrezepte sind gesetzlich ausgeschlossen; bei rezeptfreien Produkten sind die Preise frei.
Was der Versand kostet
Die folgende Übersicht stammt aus den Versand- und Hilfeseiten der Apotheken, gelesen am 21.10.2026. Alle Werte gelten für den Standardversand innerhalb Deutschlands.
| Apotheke | Versand unter der Grenze | Kostenfrei ab | Mit Rezept | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| DocMorris | 3,99 € | ab 19,90 €; ab 50 €, wenn Kühlware im Warenkorb liegt | kostenlos | Quelle: support.docmorris.de, 21.10.2026 |
| medpex | 3,49 € oder 3,99 € – die Hilfeseite nennt beide Beträge | ab 19,90 €; ab 50 €, wenn Kühlware im Warenkorb liegt | kostenlos | Quelle: customerservice.medpex.de, 21.10.2026 |
| mycare | 3,99 € | ab 29 €; mit dem Abo mycarePlus ab 12,99 € | kostenlos | Quelle: mycare.de, 21.10.2026 |
| Shop Apotheke | 3,99 € | ab 19 € (nach Abzug von Gutscheinen) | kostenlos | Quelle: shop-apotheke.com, 21.10.2026 |
| Volksversand | 3,49 € Handlingpauschale | 19,00 € | über Partnerapotheke, Kosten nicht gefunden | Quelle: volksversand.de, 21.10.2026 |
Bei medpex nennt die Hilfeseite zwei verschiedene Beträge für Bestellungen unter 19,90 Euro (3,49 und 3,99 Euro); wir zeigen deshalb beide. Den genauen Betrag sehen Sie vor dem Bezahlen im Warenkorb.
Bestellungen mit Rezept
Für verschreibungspflichtige Arzneimittel schreibt das Gesetz einen einheitlichen Apothekenabgabepreis vor (§ 78 AMG), und für Kassenrezepte sind Boni verboten (siehe unten). Unterschiede gibt es beim Versand: Shop Apotheke, DocMorris, medpex und mycare verschicken Bestellungen mit Rezept laut eigenen Angaben kostenlos – mycare auch rezeptfreie Produkte, die Sie dazubestellen. Volksversand verschickt selbst nur rezeptfreie Produkte; Rezepte gehen an eine Partnerapotheke in Zittau, deren Versandbedingungen wir nicht gefunden haben.
Mindestbestellwert, Kühlware, Express
- Mindestbestellwert: DocMorris und medpex nennen 5 Euro für Bestellungen ohne Rezept, Volksversand hat keinen.
- Kühlware: Kühlpflichtige Arzneimittel müssen mit geeigneten Kühlsystemen verschickt werden und dürfen nicht an Packstationen ohne Personal gehen (§ 35c ApBetrO). DocMorris und medpex heben die Versandkostengrenze auf 50 Euro, wenn Kühlware im Warenkorb liegt; mycare verschickt Kühlware nur montags bis donnerstags.
- Express: DocMorris und medpex nennen DHL Express Next Day für 9,99 Euro unter und 5,99 Euro über 19,90 Euro, dazu Same-Day-Lieferungen in einzelnen Städten. mycare bietet Express nur bei telefonischer Bestellung für 14,90 Euro.
- Zustellwünsche: mycare berechnet 1,99 Euro für eigenhändige Zustellung und 1,19 Euro, wenn das Paket nicht beim Nachbarn abgegeben werden soll.
Wie schnell geliefert wird
Gesetzlich festgelegt ist nur der Versand: Eine Apotheke muss ein verfügbares Arzneimittel innerhalb von zwei Arbeitstagen nach Bestelleingang verschicken und Sie informieren, wenn es länger dauert (§ 11a ApoG). Wie lange das Paket danach unterwegs ist, hängt vom Versanddienst ab. Die Apotheken nennen:
- Shop Apotheke: 1–3 Werktage im Standardversand,
- DocMorris und medpex: E-Rezepte am nächsten Werktag, wenn Sie montags bis freitags bis 16 Uhr bestellen,
- mycare: lieferbare Artikel verlassen das Lager in 1–2 Werktagen,
- Volksversand: Bearbeitung innerhalb von 24 Stunden, Zustellung in etwa 2–3 Werktagen.
Das sind Angaben der Anbieter, keine von uns gemessenen Zeiten.
Gutscheine, Boni und Rabatte
Früher sammelten Seiten wie diese Gutscheincodes. Wir veröffentlichen keine, weil sie schnell verfallen und sich nicht überprüfen lassen. Wichtiger ist, was erlaubt ist:
- Kassenrezepte: Apotheken dürfen gesetzlich Versicherten bei der Abgabe verordneter Arzneimittel keine Zuwendungen gewähren (§ 129 Abs. 3 SGB V). Dieses Boni-Verbot stammt aus dem Vor-Ort-Apotheken-Stärkungsgesetz, das am 15. Dezember 2020 in Kraft trat (Bundestag, Drs. 21/1141). Laut Verbraucherzentrale gilt es auch für Versandapotheken aus dem EU-Ausland, betrifft aber nur gesetzlich Versicherte und Kassenrezepte (Verbraucherzentrale).
- Ältere Rechtslage: Der Bundesgerichtshof hat am 17. Juli 2025 entschieden, dass die frühere Preisbindung aus dem Arzneimittelgesetz in der Fassung bis Dezember 2020 für EU-Versandapotheken nicht anwendbar war (BGH, I ZR 74/24). Das Urteil betrifft die alte Regel, nicht das Boni-Verbot im Sozialgesetzbuch.
- Rezeptfreie Produkte: Für nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel, die nicht die Krankenkasse bezahlt, gilt der einheitliche Abgabepreis nicht (§ 78 Abs. 2 AMG). Hier dürfen Apotheken Preise, Rabatte und Gutscheine selbst festlegen.
Wenn eine Apotheke mit Rabatten auf E-Rezepte wirbt, lesen Sie die Bedingungen genau. Die Rechtslage ist umstritten und kann sich durch weitere Urteile ändern; wir aktualisieren diese Seite, wenn sich daran etwas ändert.
Versandkosten, E-Rezept-Wege und Sitz der fünf Apotheken stehen nebeneinander im Vergleich.
Quellen
- § 11a Apothekengesetz – Versanderlaubnis – Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen am 21.10.2026
- § 35c Apothekenbetriebsordnung – Kühlpflichtige Arzneimittel im Versand – Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen am 21.10.2026
- § 129 SGB V – Rahmenvertrag über die Arzneimittelversorgung – Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen am 21.10.2026
- § 78 Arzneimittelgesetz – Preise – Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen am 21.10.2026
- Drucksache 21/1141 – Antwort der Bundesregierung (04.08.2025) – Deutscher Bundestag, abgerufen am 21.10.2026
- Pressemitteilung Nr. 134/2025 zum Urteil I ZR 74/24 vom 17.07.2025 – Bundesgerichtshof, abgerufen am 21.10.2026
- Medikamente aus dem Internet: Vor- und Nachteile der Onlineapotheken – Verbraucherzentrale, abgerufen am 21.10.2026